Private Familienforschung
Familie Zeitler
Die Zeitler aus dem oberen Vogtland und dem Ascher Land: eine Bildschnitzer-Werkstatt des Barock, die Tanzermühle, die seit über 300 Jahren in Familienbesitz ist, und die Gaststätte Dreihöf, aus deren Familie unsere Großmutter stammt. Diese Seite erklärt, worum es in unserer Familienforschung geht. Sie ist privat und verfolgt keinerlei kommerzielle Zwecke.
Die Familie
Der Name ist im Vogtland früh belegt: 1542 nennt eine Steuerliste einen Michel Zeydler in Elster, 1628 heiratet ein Erhart Zeitler in der Hammermühl bei Haslau. Ob diese frühen Namensträger zur späteren Familie gehören, ist noch offen.
Die belegte Linie beginnt mit Michael Zeitler, Tischlermeister in Grün (tschechisch Doubrava), von dem zwischen 1702 und 1730 Kanzeln und Altäre überliefert sind und den mehrere Quellen als Vater Johann Simons nennen. Sein Sohn Johann Simon Zeitler heiratete 1737 Anna Magdalena Ramich, die Tochter des Tanzermüllers Caspar Ramich. Als sie 1753 nach dem Tod ihres Bruders die Tanzermühle bei Oelsnitz erbte, kam die Mühle an die Familie Zeitler.
Johann Simon Zeitler (1704–1765)
Geboren am 24. April 1704 in Grün, Holzschnitzer, Kunsttischler und Maler. Er führte die Werkstatt seines Vaters fort und schuf Altäre, Kanzeln und Taufengel für Kirchen im oberen Vogtland und im Ascher Land. Er starb 1765 an der Tanzermühle; eine spätere Abschrift nennt abweichend den Februar 1766.
Bekannte Werke nach dem heutigen Forschungsstand:
- Unterwürschnitz, 1744: Hauptaltar, Kirchenstuhl und Taufengel (erhalten)
- Landwüst, 1735: Barockaltar (heute in Planschwitz)
- Marieney, 1751: Altar (heute in Bad Brambach)
- Asch (Aš), 1754–1756: Kanzelaltar, Taufbecken und Lesepult (1960 zerstört)
- Bad Elster, 1734/37: Altarerneuerung und Christusfigur (Figur erhalten)
- Roßbach (Hranice), 1749 und 1763: Barockaltar und Rokoko-Taufstein (Zuschreibung wird noch geprüft)
- Erlbach, 18. Jh.: Taufengel (vor Ort überliefert)
Grundlage sind vor allem Karl Alberti, „Beiträge zur Geschichte der Stadt Asch und des Ascher Bezirks“ (1934–1941), und Karl-Robert Preußner in den „Vogtländischen Heimatblättern“ (2000). Mehrere Zuschreibungen werden noch an Originalquellen geprüft.
Die Tanzermühle
Die Mühle an der Elster bei Oelsnitz im Vogtland ist 1542 im Amtserbbuch als „obere Mühle“ erstmals erwähnt. Nach den Familien Roeselmüller und Geigenmüller nennt eine Abschrift für 1699 den Verkauf an den Müller Caspar Ramich; ob die Familie Ramich schon früher mit der Mühle verbunden war, wissen wir noch nicht. Seitdem ist sie in Familienbesitz, inzwischen seit über 300 Jahren. 1749 ertranken die beiden damaligen Besitzer, zwei Brüder Ramich, bei einem Hochwasser am Wehr.
1753 starb Carl Friedrich Ramich kinderlos, und die Mühle fiel an seine Schwester Anna Magdalena, seit 1737 mit Johann Simon Zeitler verheiratet. Seitdem ist sie im Besitz der Zeitler. Nach Johann Simons Tod führten seine Witwe und Söhne sie weiter, dann Johann Christoph Zeitler, unter dem sie 1811 vollständig abbrannte, dann Carl August Zeitler (ab 1836 gemeinsam mit seinem Schwager Carl Friedrich Roth), Carl Theodor Zeitler und ab 1919 dessen Sohn Carl August Zeitler, der 1931 Mahlmühle, Bäckerei, Schneidemühle und Landwirtschaft an seine Söhne verpachtete. Eine Mühle ist sie heute nicht mehr: Nach Familienüberlieferung verließ die Familie Otto Zeitlers sie 1949, Mühle und Sägewerk wurden 1985 abgebrochen. Das Grundstück gehört aber bis heute der Familie Zeitler.
Die Gaststätte Dreihöf
Die Gaststätte Dreihöf bei Unterhermsgrün im Vogtland erhielt am 27. Juni 1853 das Schank-, Beherbergungs- und Tanzrecht, damals noch in einem anderen Gebäude. Das heutige Haus baute 1877 Robert Schlitter. Nach mehreren Besitzwechseln (1895 Wöllner, 1898 Müller, ab 1906 die Familie Zenker) kam die Gaststätte 1919 an Antonie Spranger und 1922 an ihren Sohn Paul Spranger. Nach Familienüberlieferung führte er sie mit seiner Frau Martha geb. Höfer, die in Dreihöf geboren war.
Ihre Tochter Johanne (1910–1997) heiratete Otto Zeitler von der Tanzermühle; so verbinden sich die beiden Häuser. 1953 wurde die Gaststätte „Eigentum des Volkes“. Nach Familienüberlieferung kam sie 1992 an die Familie zurück und wurde nach einem Umbau im November 1999 wiedereröffnet.
Haben Sie etwas zur Geschichte der Zeitler?
Wir freuen uns über Hinweise, Dokumente, Fotos oder eigene Forschungen zur Familie Zeitler, zu den Werken Michael und Johann Simon Zeitlers, zur Tanzermühle oder zur Gaststätte Dreihöf, gerade auch von Nachfahren anderer Linien. Offen sind unter anderem diese Fragen:
- Kam die Tanzermühle erst 1699 durch Kauf an Caspar Ramich, oder war sie schon früher im Besitz der Familie Ramich?
- Wer betrieb die Tanzermühle zwischen 1753 und 1768? Johann Simon Zeitler lebte nach unseren Quellen weiter in Grün; sein Sohn Joseph Adam übernahm die Mühle erst 1768 zusammen mit seiner Mutter.
- Wer war die Mutter Johann Simon Zeitlers?
- Wo stand die Gaststätte Dreihöf vor dem Neubau von 1877, und wer betrieb sie damals?
- Welche Arbeiten in Roßbach (Hranice) stammen tatsächlich aus der Werkstatt Zeitler?
- Gehören die frühen Namensträger Michel Zeydler (1542) und Erhart Zeitler (1628) zur Familie?
Schreiben Sie uns:
Die eigentlichen Forschungsdaten mit Quellen und Dokumenten sind nur für eingeladene Familienmitglieder zugänglich. Lebende Personen werden hier nicht genannt.